Mehraufwand und neue Themen – R+S kommt gut durch die Pandemie

Veröffentlicht am: 16.09.2022

Fulda – Die Auftragsbücher der R+S Group sind auch nach über zwei Jahren Pandemie voll, berichtet R+S-Konzernchef Ralph Burkhardt. Das Unternehmen ist stetig auf der Suche nach neuen Fachkräften. Doch die Auswirkungen von Pandemie und Kriegsgeschehen bekommt auch das Fuldaer Unternehmen zu spüren – gerade, wenn es um Verzögerungen bei Projekten durch ausbleibende Lieferungen geht.

R+S-Konzernchef Ralph Burkhardt.

Burkhardt ist mittlerweile seit gut vier Jahren an der Spitze der R+S Group GmbH, ihm in der Geschäftsführung zur Seite steht Rudolf Menningen. 2021 erwarb die DBAG die Mehrheit der R+S Gruppe. „Es macht einfach Spaß“, sagt Burkhardt zur Zusammenarbeit. Es gebe ein gleiches Verständnis. In den vergangenen Jahren wurde das Unternehmen umstrukturiert. Ziel war, die Gesamtleistung zu reduzieren, aber die Margen zu erhöhen. Das reine Volumengeschäft bringe eine große Abhängigkeit, erläutert Burkhardt. Zudem wurde eine neue Kultur geschaffen. „Die Zusammenarbeit hat sich sehr gut entwickelt“, freut sich Burkhardt.

Rund 3000 Mitarbeitende sind bei der R+S Group beschäftigt und gerne würde das Unternehmen weitere einstellen, auch um neue Geschäftsfelder zu entwickeln. „Wir haben einen riesen Bedarf“, sagt der Konzernchef, doch die Lage am Arbeitsmarkt sei schwierig. Das fange schon bei den Auszubildenden an. Auch neue Fachkräfte sind nicht leicht zu finden. Deshalb unternimmt die R+S Group Verschiedenes, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Sowohl im technischen als auch im Management-Bereich gibt es Angebote für ein duales Studium und es werden interne Weiterbildungsstipendien für Mitarbeitende vergeben. „Die Förderung unserer Mitarbeitenden spielt eine große Rolle“, sagt Burkhardt. Innerhalb der Tochter RUF wurde ein „Trainee on the Job“-Programm aufgestellt, über das zusätzlich auch Quereinsteiger eingearbeitet werden. Nach wie vor gibt es auch Recruiting aus dem Ausland, beispielsweise aus Rumänien und Albanien.


Hoher Mehraufwand im Ressourcenmanagement

In den vergangenen gut zwei Jahren musste sich auch die R+S Group auf das einstellen, was zunächst die Corona-Pandemie und später auch das Kriegsgeschehen mit sich brachten und noch immer bringen – von Homeoffice in einigen Bereichen über Personalausfälle bis hin zu veränderten Abläufen und einem erheblichen Mehraufwand beim Ressourcenmanagement. „Früher hatte ein Projektleiter ein Projekt, das war irgendwann fertig und dann bekam er das nächste Projekt“, schildert Burkhardt. Mittlerweile würden Baustopps jedoch zur Tagesordnung gehören, sodass Projektleiter an mehreren Projekten parallel eingesetzt werden müssen. Ein anderes Beispiel seien Lieferungen. Kam eine große Bestellung früher in zwei bis drei Lieferungen, seien es heute bis zu 100 Teillieferungen mit entsprechend vielen Lieferscheinen. Insgesamt habe eine solche Entwicklung in der Wirtschaft, wie in den vergangenen gut zwei Jahren, noch nicht gegeben. „Wir müssen deutlich mehr agieren“, sagt Burkhardt und dabei seien alle im Unternehmen gefragt.


Neue Themen durch knappe Rohstoffe und Energiewende

An Anfragen fehlt es dem bundesweit tätigen Unternehmen mit rund 30 Standorten nicht. „Wir haben mehr Auftragseingänge als vor der Pandemie, sagen aber öfter nein“, berichtet Burkhardt. Neben Großprojekten wie den Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden und der Mitarbeit am neuen Flughafen-Terminal 3 in Frankfurt gebe es auch viele kleinere Projekte, die technisch begeisternd seien. Zudem entwickle sich die Tochtergesellschaft Scholl Energie- und Steuerungstechnik GmbH mit Expertise im Schaltanlagenbau und Automatisierungstechnik überdurchschnittlich gut. „Die Energiewende bringt auch andere Anfragen zu uns“, schildert Burkhardt. So erreichen die Unternehmensgruppe beispielweise Anfragen, an der Planung eines autarken Büro- und Geschäftshauses mitzuwirken oder zu den technischen Möglichkeiten, um in einem Krankenhaus den Energieverbrauch um 30 Prozent zu senken. „Die Situation fordert Kreativität“, sagt Burkhardt zur aktuellen Gesamtlage mit Pandemie- und Kriegsauswirkungen sowie Energiewende.

Fotos und Artikel von Osthessen-Zeitung.de | Jasha Günther

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